Getreide mahlen: Alles über die Kunst des frischen Mehlmahlens
Es gibt kaum ein schöneres Geräusch in der Vollwertküche als das sanfte Schnurren einer Getreidemühle, während der Duft von frisch gemahlenem Korn den Raum erfüllt. Doch Mehl selber zu mahlen ist weit mehr als nur Nostalgie – es ist der wichtigste Schritt zu einer gesunden und aromatischen Ernährung.
Warum frisch gemahlenes Mehl besser ist
Sobald das schützende Korn aufgebrochen wird, beginnt die Uhr zu ticken. In industriell hergestelltem Mehl werden Keimling und Randschichten oft entfernt, um es haltbar zu machen. Wenn Sie Ihr Mehl jedoch direkt vor dem Backen mahlen, profitieren Sie von der vollen Kraft der Natur
Maximale Nährstoffdichte: Vitamine, Enzyme und hochwertige Fettsäuren bleiben im vollen Umfang erhalten.
Unverfälschtes Aroma: Frisches Vollkornmehl schmeckt nussig und lebendig – ein Unterschied, den Sie in Ihrem Brot, Ihren Pfannkuchen oder Ihrem Gebäck sofort bemerken werden.
Volle Kontrolle: Sie entscheiden, was in die Tüte kommt. Ob Weizen, Dinkel, Roggen oder glutenfreie Alternativen wie Reis1 und Kichererbsen1 – Sie mahlen sortenrein und garantiert ohne Zusatzstoffe.
1 Funktioniert nur bei bestimmten Mühlen. Siehe Datenblatt
Die Wahl der richtigen Mühle: Stein- oder Stahlmahlwerk?
Das Steinmahlwerk: Der Klassiker für feinstes Mehl
Die meisten Haushaltmühlen (wie von KoMo oder Mockmill ) setzen auf ein Steinmahlwerk, meist aus einer extrem harten Korund-Keramik-Mischung.
Das Ergebnis: Steinmahlwerke produzieren das feinste Mehl. Durch die raue Oberfläche der Steine wird das Korn nicht nur zerkleinert, sondern regelrecht „aufgeschlossen“. Das Ergebnis ist ein besonders lockeres, backfähiges Mehl – ideal für Brot, Brötchen und feines Gebäck.
Verschleißfrei: Korund-Keramik-Steine sind nahezu abnutzungsfrei.
Einschränkung: Steinmahlwerke sind ausschließlich für trockenes Getreide (Weizen, Roggen, Dinkel, Reis, Mais etc.) geeignet. Ölhaltige Saaten wie Leinsamen oder Sesam würden die Poren der Steine zusetzen und das Mahlwerk „verschmieren“.
Das Stahlmahlwerk: Der robuste Allrounder
Mahlwerke aus hochwertigem Edelstahl finden sich häufig in Handmühlen oder speziellen Kombi-Geräten.
Die Vielseitigkeit: Der größte Vorteil von Stahlkegel-Mahlwerken ist ihre Unempfindlichkeit gegenüber Feuchtigkeit oder Fett. Neben trockenem Getreide können Sie hiermit problemlos auch ölhaltige Saaten oder Gewürze verarbeiten.
Robustheit: Stahlmahlwerke sind unempfindlich gegenüber kleinen Steinchen im Getreide, die ein Steinmahlwerk im schlimmsten Fall beschädigen könnten.
Einschränkung: In puncto Feinheit kommt Stahl meist nicht ganz an den Stein heran. Für grobes Schrot, Müsli oder normales Haushaltsmehl ist die Leistung jedoch absolut ausreichend. Zudem ist die Hitzeentwicklung bei großen Mengen oft etwas höher als beim Stein.
Fazit: Welches Mahlwerk passt zu Ihnen?
Wählen Sie ein Steinmahlwerk, wenn Sie hauptsächlich Brot und feine Backwaren aus reinem Getreide (auch Mais oder Reis) herstellen möchten.
Wählen Sie ein Stahlmahlwerk, wenn Sie maximale Flexibilität benötigen und auch ölhaltige Saaten (wie für den Frischkornbrei) oder Gewürze in derselben Mühle mahlen wollen.
Getreide mahlen: Elektrisch oder per Hand?
Die elektrische Getreidemühle: Komfort und Leistung
Für die regelmäßige Versorgung einer Familie mit frischem Vollkornmehl ist eine elektrische Mühle meist die erste Wahl.
Zeitersparnis: Mit einer Mahlleistung von ca. 100 bis 200 Gramm pro Minute ist das Mehl für ein großes Brot in weniger als fünf Minuten fertig.
Kraftaufwand: Ein Knopfdruck genügt. Das ist besonders wichtig, wenn Sie regelmäßig backen oder größere Mengen (z. B. für Vorratsbacken) benötigen.
Konstante Feinheit: Elektrische Mühlen halten die eingestellte Feinheit über den gesamten Mahlvorgang hinweg präzise ein.
Ideal für: Familien, Vielbacker und alle, die Wert auf eine schnelle und unkomplizierte Zubereitung legen.
Die Handgetreidemühle: Entschleunigung und Unabhängigkeit
Handmühlen sind weit mehr als nur ein „Notbehelf“ ohne Strom. Sie stehen für eine bewusste Art der Lebensmittelzubereitung.
Schonendes Mahlen: Durch die niedrige Drehzahl beim Kurbeln bleibt das Mahlgut besonders kühl. Wertvolle Vitamine und Enzyme werden so maximal geschont.
Autarkie & Nachhaltigkeit: Sie sind unabhängig vom Stromnetz – ideal für Krisenvorsorge, Camping oder das Leben im Gartenhaus.
Erlebniswert: Besonders Kinder lieben es, den Weg vom Korn zum Mehl selbst zu „erarbeiten“. Es macht die Entstehung unserer Lebensmittel begreifbar.
Ideal für: Einpersonenhaushalte, das tägliche Frischkornmüsli, die Reise oder als Ergänzung zur Küchenausstattung für den bewussten Genuss.