Der Mehltyp

Mehltyp 405, 550, 1050 …

Diese Bezeichnungen des Mehls nach einer Typennummer kennen die meisten. Mit diesen Typennummern ist fertiges Mehl in der Tüte im Supermarktregal aber auch im Bioladen bezeichnet.
Ein viel verbreiteter Irrglaube ist, dass diese Typenbezeichnung die Feinheit des Mehls klassifiziert. Deswegen möchte ich an dieser Stelle erklären, was dieser „Mehltyp“ wirklich bedeutet.

Typennummer = Mineralstoffgehalt

Der Mehltyp hat wirklich gar nichts mit der Feinheit des Mehls zu tun sondern gibt den Aschegehalt des Mehls in Milligramm bezogen auf 100 g Mehl an. Um den Mehltyp zu ermitteln werden 100 g Mehl verbrannt. Die Asche, die übrig bleibt, wird gewogen. Genau dieser Wert ist die Typennummer des Mehls. Und dieses Aschegewicht stimmt – auf wenige % Schwankungen genau – mit dem ursprünglichen Mineralstoffgehalt dieses Mehls überein.
Mehl mit der Typenbezeichnung „405“ hat demnach ca. 405 mg Mineralstoffe je 100 g Mehl, Mehl mit der Typenbezeichnung „1050“ hat demnach ca. 1050 mg Mineralstoffe je 100 g Mehl usw. …

Im Umkehrschluss bedeutet dies: Je kleiner die Typennummer, desto niedriger ist der Mineralstoffgehalt des Mehls. Und wenn wir mal verschiedene Typenmehle rein optisch miteinander vergleichen werden wir feststellen: Je heller das Mehl ist, desto niedriger ist die Typennummer. 405er-Mehl ist ist sehr hell, fast weiß, 1050er Mehl hingegen hat eine deutlich bräunliche Färbung.

Typenmehl = (Teil-)Auszugsmehl

Wie kommt es jetzt zu den verschiedenen Farben der verschiedenen Mehltypen?
Eigentlich ganz einfach: Vor dem Mahlen des Getreides werden Schalen und Keim des Getreides ganz oder zum Teil entfernt.
Für Weizenmehl mit der Typenbezeichnung „405“ werden vor dem Mahlen sämtliche Schalenschichten und der Keim komplett entfernt. Übrig bleibt der reine Mehlkörper, der fast nur aus Kohlenhydraten besteht und kaum noch wertvolle Mineralstoffe enthält. Diese stecken nämlich überwiegend in Schale und Keim des Getreidekorns. Und nur dieser Teil des Getreides wird vermahlen und kommt in die Tüte mit Aufdruck „Mehltyp 405“. Der Mehlkörper ist fast weiß, also ist auch das daraus gemahlene Mehl fast weiß, das sog. „Weißmehl“ eben. Es ist also nur ein Teil des Getreides in der Tüte, ein „Auszug“ des vollen Getreides also, deswegen die Bezeichnung „Auszugsmehl“.

Teilauszugsmehl

Mehltyp 1050 z.B. ist ein sog. Teilauszugsmehl aus Weizen oder Dinkel. Um dieses herzustellen werden ebenfalls erst die komplette Schale und der wertvolle Keim des Getreides maschinell vom vollen Korn entfernt. Dann wird ein Teil der Schalenteile dem Mehlkörper wieder beigemischt und dieses dann zusammen vermahlen. Dieses Mehl hat dann einen höheren Mineralstoffgehalt als ein Auszugsmehl oder Weißmehl, nämlich z.B. 1050 mg je 100 g Mehl. Weil die Schalen des Weizens eine hellbeige bis bräunliche Farbe haben, ist dieses Mehl dann auch etwas bräunlich und nicht mehr fast weiß. Man spricht bei solchen Mehlen von „Teilauszugsmehl“, weil immerhin ein gewisser Teil des Getreides in dieser Tüte Mehl enthalten ist.

Andere Getreidearten haben bei gleichem Ausmahlungsgrad andere Typenbezeichnungen als Weizenmehl. Roggen und Dinkel haben z.B. von Natur aus einen höheren Mineralstoffgehalt als Weizen. Roggenmehl, hergestellt ohne Schale und Keim hat z.B. die Typennummer „815“, Dinkel kommt auf „630“. Teilauszugsmehle aus Roggen gibt es als Type 997, 1150, 1370 …  Teilauszugsmehl aus Dinkel als Type 812 und 1050.

Typennummer Vollkornmehl?

Vollkornmehl, wie Sie es z.B. aus vollem Getreide zu Hause mit Ihrer Getreidemühle frisch mahlen, hat gar keine Typennummer.
Grund ist einfach, dass der Mineralstoffgehalt so eines Mehls natürlichen Schwankungen unterliegt. Vollkornmehl aus Weizen gemahlen hat einen Mineralstoffgehalt von ca. 1700 bis 1800 Milligramm je 100 g Mehl, also noch deutlich mehr als ein 1050er-Mehl, welches oft wegen seiner bräunlichen Farbe schon als Vollkornmehl empfunden wird. Der Mineralstoffgehalt Ihres frischen Mehls hängt von verschiedenen Faktoren ab: Erntejahr, Anbaugebiet, Getreidesorte …
In „schlechten“ Erntejahren – zu feucher oder zu trockener Sommer, zu kalt, zu warm … –  wächst das Getreide nun mal nicht so gut. Das hat zur Folge, dass der Mehlkörper im Vergleich zu Ernten aus guten Jahren kleiner ausfällt als üblich. Der prozentuale Anteil Schale zum Mehlkörper ist dadurch dann höher und dadurch ist dann der Mineralstoffgehalt sogar höher. Die Backeigenschaften dieses Getreides sind i.d.R. allerdings dann schlechter.
In der industriellen Produktion der Typenmehle werden die konstanten Mineralstoffgehalte durch Mischen von Getreide aus verschiedenen Chargen und Ernteregionen erreicht.

Warum überhaupt Auszugsmehl?

Tja, hinterher ist man immer klüger, könnte man darauf antworten.
Die Mühlentechnik, um die Schale vor dem Mahlen des Getreides zu entfernen wurde Mitte des 17. Jahrhunderts entwickelt. Dieses hellere Mehl war deutlich teurer als das bis dahin übliche Vollkornmehl. Die daraus hergestellten Backwaren wie helles Brot und feine Torten waren deswegen lange Zeit ein Privileg des Adels und der Kirche. Die „feinen Leute“ aßen „feines Brot“, wer „grobes Brot“ aß, galt als grob. Zu Zeiten Napoleons wurde auch das französische Militär mit diesem hellen Brot verpflegt. Dadurch wurde es in ganz Europa bekannt und (leider) auch begehrt.
Eine der Forderungen des Volkes während der französischen Revolution war deswegen auch „Weißbrot für alle“. Sicher auch durch Marie Antoinettes legendären Satz  „Wenn sie kein Brot haben, sollen sie doch Kuchen essen“ begründet, ein Affront gegen die hungernde Bevölkerung!

Haltbarkeit

Um 1850 war die Mühlentechnik so weit verfeinert, dass sich nun auch der kleine Keimling des Getreides und nicht nur die Schale vor dem Mahlen vom Getreidkorn entfernen ließ. Das Getreide ohne Keim zu Mehl zu mahlen, hatte einen entscheidenden Vorteil: So ein Mehl war deutlich länger haltbar als Mehl mit Keim. Im Keimling des Getreides stecken nämlich nicht nur sehr viele Vitamine und Enzyme, sondern auch hochwertige, pflanzliche Fettsäuren. Und diese Fettsäuren haben nun mal die „unangenehme“ Eigenschaft, bei Kontakt mit Sauerstoff zu oxidieren. In dem Moment, wo das Getreide mit Keim gemahlen wird, setzt diese Oxidation ein. Die sauerstoffempfindlichen Vitamine und Enzyme zersetzen sich, die Fettsäuren werden nach und nach ranzig. Das Mehl schmeckt dann nicht mehr. (Vollkorn-)Mehl mit Keim ist deswegen max. 6 – 8 Wochen lagerfähig, der Nährwertverlust beginnt aber schon direkt nach dem Mahlvorgang. (Teil-)Auszugsmehl ohne Keim ist mangels den ranzig werdenden Fettsäuren hingegen 1 – 1,5 Jahre lang lagerfähig.

38 Kommentare zu “Der Mehltyp

  1. Guten Tag
    Ich habe eine Frage über die Granulation/Feinheit vom Mehl gestellt und bekomme leider nur die Antwort auf den Aschegahalt.
    Es wäre interessant zu erfahren, was für eine Granulation im Mehl 405 üblich ist.
    Die Plansichter haben doch so viele Siebe, und da müsste doch die Feinheit auch bei den unterschiedlichen Aschegehalten angegeben werden können.
    Freundliche Grüsse

  2. Die Erklärungen sind gut verständlich. Doch wie kann ich Rezepte, die mit den Mehltypen angegeben sind, umrechnen für frisch gemahlenes Korn? Was muß ich da beachten.
    Herzliche Grüße

  3. Hallo,

    umgerechnet werden braucht da nichts. Jedes Rezept, was für Weißmehl gedacht ist, lässt sich auch mit Vollkornmehl backen. Einzig die Flüssigkeitsmengen müssen um 10 – 15% erhöht werden. Vollkornmehl kann mehr Feuchtigkeit aufnehmen als Auszugsmehl.
    Und den Teig etwas länger rühren/kneten als das mit Weißmehl nötig ist, damit die Schalenteile im Vollkornmehl auch wirklich gut Feuchtigkeit ziehen

  4. Hallo liebe Backprofis,
    ich habe eine Frage, warum ist es so wichtig, das das Getreide beim Mahlen nicht über 37°C erwärmt wird? Beim Backen wird es ja dann auf 200 °C erhitzt?
    Lieben Dank im voraus!
    G. Meineke

  5. Hallo Frau Meineke,

    so ganz wichtig ist das wirklich nicht, weil viel heißer gebacken wird, wie Sie richtig sagen.
    Eine zu hohe Temperatur des Mehls kann aber manchmal für das Triebmittel zum Knackpunkt werden: Den Sauerteig- bzw. Hefebakterien kann es dann „zu warm“ sein, so dass der Teig dann nicht ordentlich „geht“.

    Die Warnung vor zu warmem Mehl aus Haushaltsgetreidemühlen ist aber heutzutage sowieso quasi überholt. Alle „ordentlichen“ Getreidemühlen (z.B. von hawos, Komo, Schnitzer, Waldner), die seit Mitte der 80ziger Jahre gebaut werden, werden von langsam laufenden Industriemotoren angetrieben. Je nach Modell drehen die nur mit 1300 – 1400 U/Min., dabei wird das Mehl nicht nennenswert warm.

    Bei älteren Mühlen – die heute nur noch selten in Betrieb sind – war das teilweise noch anders. Damals waren die Motoren noch deutlich schneller, dadurch mehr Reibung = höhere Temperatur.
    Heute werden nur vereinzelt noch Mühlen mit (zu) schnell drehenden Universalmotoren angeboten, im Fachhandel (in Bioläden, in unserem shop, bei unseren seriösen Mitwerbern …) allerdings so gut wie gar nicht, sondern nur im allgemeinen Elektrohandel, Kaufhäusern u.ä.

    Trotzdem hängt es letztendlich von Menge und Feinheitsgrad ab, ob das Mehl vielleicht doch minimal „zu warm“ wird. Habe mal von einem Test von Hobbybäckern gelesen, die haben mit einer Billy 100 von hawos experimentiert: bei mehr als 3 kg Roggenmehl an einem Stück ganz fein gemahlen, geht die Temperatur dann tatsächlich in Richtung 40 °C. Und das ist für den Sauerteigansatz dann u.U. etwas zu warm. Ganz einfache Lösung dann: Das Mehl 10 Minuten oder so stehen lassen, ehe der Sauerteig oder die Hefe dazu gegeben wird.

  6. Was verändere ich, wenn ich mein selbstgemahlenes Mehl aussiebe?
    Die Bekömmlichkeit des Brotes, den Ballaststoffgehalt, die Type ( ohne dann zu wissen, bei welcher ich lande), die Backeigenschaften des Mehls ( geht das Brot dann besser auf?) oder nur die Farbe?
    Was passiert, wenn meine Mühle besonders feines Mehl mahlt, geht das Brot dann auch besser auf?
    Viele Fragen – ich bin gespannt auf die Antworten!

  7. hallo Stefanie,

    eigentlich alle Fragen selber richtig beantwortet 🙂

    Wenn das Vollkornmehl ausgesiebt wird, werden fast ausschließlich Ballaststoffe „weggesiebt“, das sind die etwas gröberen, weil faserigen Teile. Dadurch steigt natürlich – aber minimal – der Klebereiweißgehalt des Restmehls, was dann eine – ebenfalls minimale – bessere Backeigenschaft bewirkt. Aber eben zu Lasten der eigentlich aus gesundheitlichen Gründen erwünschten Ballaststoffe im Mehl.

    „Besonders“ feines Mehl hat durchaus immer bessere Backeigenschaften als grobes Mehl, das stimmt.

    Wenn die Mühle „besonders“ fein mahlt, ändert das aber nichts an der Zusammensetzung des Mehls, das prozentuale Verhältnis zwischen den verschiedenen Inhaltsstoffen bleibt ja immer gleich, egal ob ich grob, fein, oder „besonders“ fein mahle. Es kommt in einer Getreidemühle ja immer erst mal alles wieder unten raus, was ich oben in den Trichter schütte, also das „volle Korn“.

  8. Liebe Backprofis,
    vielen Dank, ich hab’s verstanden-ein besonders feines Mehl kann auch Vollkorn sein und hat bessere Backeigenschaften.
    Nun gibt es einen Hersteller, der in seine Mühlen Mahlwerke aus echtem Granit einbaut, damit das Mehl besonders fein gemahlen werden kann.Kann ich dieser Aussage glauben schenken? Ich frage mich warum das die anderen Mühlenbauer dann nicht auch anbieten?

  9. Guten Tag!

    Danke für die interessante Aufklärung über die Mehltypen, bisher dachte ich auch, dass das etwas mit der Feinheit zu tun hat.

    Ich habe seit längerem auch eine Getreidemühle, möchte sie nun aber verstärkt nutzen und bin bei verschiedenen Brotrezepten drauf gestoßen, dass gleich 3 verschiedene Mehltypen angegeben sind.
    Die kann ich aber mit der Getreidemühle so nicht produzieren, weil ich ja keine Maschine habe, die mir die Schale vom Korn löst. Also muss mir die Mehle dann erst selbst kaufen?

    Ich habe zwar weiter oben gelesen, dass jedes Rezept in dem Weißmehl angegeben ist, auch mit Vollkornmehl funktioniert, aber wenn ich für viele Brotrezepte zum Teil 3 verschiedene Mehltypen brauche, was mache ich dann?

    Ich hoffe jemand kann mir hier weiterhelfen, danke!

    LG Christina

    1. Hallo Christina,
      Da hilft nur etwas zu experimentieren oder andere Brotrezepte 😉
      Rezepte mit Auszugsmehl (Mehl mit Nummern ist immer Auszugsmehl oder Teilauszugsmehl) lassen sich auch mit Vollkornmehl backen, wenn ca. 10 – 15% mehr Flüssigkeit als im Auszugsmehlrezept angegeben dazu gegeben wird.
      Und Vollkornmehlteige müssen etwas länger geknetet bzw. gerührt werden, damit die Schalenteile im Mehl auch durchfeuchten, sonst wird das Brot im Ergebnis etwas krümelig.

      Einfach mal ausprobieren!

      Gutes Gelingen – Thomas

  10. Hallo Thomas,
    ich habe gerade mit großem Interesse die Antwort auf Christina´s Frage vom 11.03.2013 gelsesen. Genau diese Frage stellt sich mir im Moment nämlich auch. Mit einem selbst angesetzten Sauerteig probiere ich mich derzeit im Brot backen. (Habe vor Jahren schon mal gebacken, daher eine eigene Getreidemühle). Jetzt habe ich im Internet eine Seite mit vielen Sauerteigrezepten gefunden, die aber mit verschiedene Mehltypen (in einem Rezept) hergestellt werden. Ändert sich dadurch nur die Konsistenz, die Festigkeit, die glatte Oberfläche des Brotes? Meine ist eher grob. Die Rezepte sehen alle super aus, aber dann ist es ja kein Vollkornbrot mehr, oder?
    Vielen Dank für Deine Hilfe!
    LG Trixi

    1. Hallo Trixi,

      (Teil-)Auszugsmehl ist i.d.R. wirklich feiner als Vollkornmehl, weil die etwas faserigen Schalenteile ganz oder zum Teil fehlen. Das hat aber nicht unbedingt etwas mit „grober“ Struktur zu tun. Sondern da fehlt entweder etwas Flüssigkeit oder es wurde nicht lange genug geknetet (oder natürlich bei recht alten Getreidemühlen auch eine Möglichkeit: die Mühle mahlt nicht mehr wirklich fein … nach 15 – 20 Jahren sind auch bei guten Getreidemühlen die Steine meist etwas abgenutzt, manchmal sind auch Ecken ausgebrochen, und mahlen dann nicht mehr so fein wie „früher“. Je nach Modell Getreidemühle reicht auch oft ein Nachjustieren der Feineinstellung, um die minimale Abnutzung der Steine wieder auszugleichen. Steht normal in der Bedienungsanleitung, wie das geht. Alle paar Jahre muss das bei Mühlen mit Hebeleinstellung mal gemacht werden)

  11. Hallo Thomas,
    eine tolle Seite unterhalten Sie hier, Respekt!
    Ihre Erklärungen sind auf den Punkt gebracht und sehr informativ. Vielen Dank!

    Vielleicht können Sie mir auch helfen, obwohl das per Ferndiagnose sehr schwer sein wird.
    Ich backe hin und wieder mit einem eigenen Sauerteigansatz. Im Kasten gebacken bin ich mit meinen Broten sehr zufrieden. Doch wann immer ich ein frei geschobenes Brot ausprobiere, wird daraus nur ein flacher Fladen (ok, etwas übertrieben, aber so in etwa).

    Folgendermaßen gehe ich vor:
    Nach dem ersten Kneten lasse ich den Teig abgedeckt in einer Schüssel gehen, bis er sich ca. verdoppelt hat. Dann walke ich ihn per Hand und bringe ihn in die gewünschte Form. Abgedeckt lasse ich ihn jetzt noch einmal gehen (20-40 Min). Dabei „zerläuft“ er mir immer. Er geht mehr in die Breite als in die Höhe.
    Ich heize meinen Backstein ca. 40-60 Min auf der 2.untersten Schiene auf (ca. 260°C) –> damit das Brot viel Unterhitze bekommt, und nach oben aufgehen kann…
    die letzen 5 Minuten gieße ich in das darunter liegende tiefe Backblech heißes Wasser, um Wasserdampf zu erzeugen.
    Das Brot wird noch einmal mit Wasser bepinselt, damit die Oberfläche weich und elastisch bleibt und das Brot aufgehen kann.
    Dann schiebe ich das Brot ein und reduziere nach 10 Min die Hitze auf 200°C.
    Während der Backzeit bestreich ich immer wieder das Brot mit Wasser, damit es eine schöne Kruste bekommt.

    Frage 1: warum zerläuft mein Brotteig beim zweiten Aufgehen?
    Frage 2: wie erzeugt man eine wirklich knusprige Kruste?

    Über Hilfe und Infos freue ich mich riesig!
    Gruß
    Sandra

  12. Hallo Thomas,
    danke für die tolle, informative Seite!

    Ich habe zu Hause leider keine Getreidemühle, kann ich das Getreide auch mit einem Blitzhacker bzw Multizerkleinerer mahlen?

    Liebe Grüße
    Julia

  13. hallo Julia,

    für grobes Schrot – z.B. für Getreidebratlinge, Frischkornmüsli u.ä. – reichen auch solche „Zerkleinerer“. Wirklich feines Mehl mahlen aber nur Getreidemühlen mit Steinmahlwerk. Zwischen den Mahlsteinen wird das Getreide fein zerrieben, es wird locker und flockig.
    Mühlen mit Stahlmahlwerk oder Geräte mit Messerschlagwerken (wie Thermomix, Standmixer u.ä.) quetschen das Getreide hingegen nur über Stahlkanten bzw. „zerhacken“ es. Das ist dann immer recht grob und griesig im Vergleich zu richtigem Mehl. Wirklich gutes Brot oder gar Kuchen, Pizzateig usw. bekommt man damit nicht.

  14. Hallo,

    habe eine Getreidemühle zu Weihnachten bekommen. Frage: kann ich etwas tun/einstellen, dass ich auch Flocken bekomme? Vielleicht mit feuchten Körnern?
    Danke und LG
    Bianca

    1. Hallo Bianca,

      bitte auf keinen Fall feuchtes Getreide in die Getreidemühle geben, die Steine der Mühle würden verschmieren.
      Für Getreideflocken brauchst du eine Flockenquetsche, mit Getreidemühlen lassen sich keine Flocken herstellen, sondern „nur“ Mehl und Schrot.

  15. Hallo Thomas,

    ich habe meine Getreidemühle und möchte gerne beides mahlen Vollkornmehl und Weißmehl. Für Ciabatta brauche ich z.B. Mehl Typ 550.
    Muss ich mein Mehl sieben oder wie bekomme ich jetzt Weißmehl?

    Liebe Grüße
    Sandra

    1. hallo Sandra,

      Weißmehl lässt sich mit einer Haushaltsgetreidemühle nicht herstellen, die Schale müsste ja vor dem Mahlen entfernt werden.
      Mit einem feinen Mehlsieb lässt sich ein guter Teil der Schale aus dem Vollkornmehl heraussieben (für Ciabatta z.B. ausreichend dann), aber „richtiges“ Weißmehl ist es dann immer noch nicht – und eigentlich wollen wir das ja auch nicht, weil Weißmehl im Vergleich zu Vollkornmehl viel weniger gesunde Inhaltsstoffe hat 😉

  16. hallo ich habe mal eine frage zu den Ausmahlungsgrad ich habe in meiner Berufsschule das Thema Mehl und ich wollte mich mal genauer informieren was eigendlich mit dem ausmahlungsgrad gemeint ist.

  17. Hallo,

    genau das, was oben steht: Teilauszug, oder eben Vollkorn oder komplett weißmehl … das ist mit „Ausmahlungsgrad“ gemeint

  18. Liebe Getreidemühlen-Profis,

    ich beschäftige mich gerade mit den Mehltypen in Österreich und habe hierzu zwei Fragen:

    Die dt. Mehltypenbezeichnung für das Weizenmehl W405 ist in Österreich W480, wenn sich die Zahl nach dem Mineralstoffanteil in Milligramm richtet, wonach richtet sich dann die Zahl von W480 bei der österr. Mehltypenbezeichnung?

    Wie lautet die deutsche Bezeichnung für das in Österreich bekannte Dinkelmehl D700 glatt?

    Für eure Hilfe wäre ich euch sehr dankbar.

    Vielen Dank und liebe Grüße aus Graz
    Nicole

  19. Das ist falsch: „Sicher auch durch Marie Antoinettes legendären Satz “Wenn sie kein Brot haben, sollen sie doch Kuchen essen”

    Der Satz stammt nicht von Marie Antoinette, siehe hierzu Wikipedia 🙂

  20. leider finde keine beschreibung für die typenbezeichnung „T“ bezw. „W“
    zb. kann ich in österreich mehl mit der bezeichnung „T 700“ aber auch „W 700“ kaufen. was wohl der unterschied ist?

  21. Hallo,

    weiß jemand vielleicht welchen Mehltyp bzw. mineralstoffgehalt man ungefähr erhält wenn man selbstgemahlenes Mehl aussiebt (Kleie raussiebt)?
    Für Weizen, Dinkle und Roggen?

    1. Hallo,
      das lässt sich nicht genau sagen, siehe Text oben.
      Zudem hängt das Ergebnis dann noch von der Maschenweite Ihres Mehlsiebes ab.
      Ist aber doch auch nicht so wichtig, welche Mehltype genau dabei rumkommt. Hauptsache der Teig geht gut auf und das Backergebnis schmeckt 🙂

  22. Hallo….

    Super Seite, habe sehr viele Antworten auf verschiedene Fragen erhalten!!! Vorallem, kurz und verständlich auf den Punkt gebracht. ✅
    Danke …..

  23. Die Seite über die Mehltypen sagt auch wircklich alles. Ich bin sechtzig, hatte noch nie den Eindruck in meinem Leben dass ich so etwas wichtiges nicht wusste ! glaubte immer die Typen hätten mit dem Grad des mehr oder wenieger feinem mahlen zu tun. Nie wäre es mir eingekommen dass überall, vor dem Auge, eine klare, einfache Information über Qualität gesagt wird. Ich denke man sollte diese Erklärung immer wieder an die meisten bringen exakt vom Aussichtspunkt der Inhalte an Mineralstoffe anstatt von dem der „Backfähigkeiten“…Ich bin Brotbacken Anfängerin, mache vieles nicht wie es gesagt wird, doch es gelingt trotzdem ! Das Brot geht schoen auf, doch ich lasse es wenieger gehen, backe mit wenieger Hitze als angesagt usw : meine Erklärung : mit gut und frisch gemahlenem Getreide ist die Fehler Toleranz sehr hoch !

  24. Sir Thomas,
    Habe mit meiner Frau über die Mehltypen diskutiert und bin, um mich schlau zu machen ins Netz
    Gegangen und bei Zufall auf Ihre Ausführungen gestoßen. Ihre Erklärungen sind einfach toll, sehr
    Gut verständlich und ohne Schnickschnack. Es war eine Freude, auch die anderen Anfragen und
    Antworten zu lesen, besonders wenn man so viel Schrott zu lesen bekommt.
    Es war mir ein Anliegen, Ihnen dieses Lob auszusprechen
    Klaus Köhler

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